Hochsensibilität als Weg

Ein JA zu mir selbst, zu meinen Gefühlen und Persönlichkeitsanteilen

"Stell dich nicht so an..."

Ein ganz typischer Satz in der Erziehung unserer Kinder. Vielleicht ist er auch Ihnen nicht ganz unbekannt. Aber solche Sätze hinterlassen Spuren...so wie jede andere Erfahrung von uns Menschen auch. Manche Menschen hören ihn und vergessen ihn wieder, ander widerrum haben daran zu knabbern. Warum ist das so?

 

Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 1/5 der Menschen zu den Hochsensiblen gehören (HSP, high sensitive person nach Elain Aron). HSP sind deutlich empfänglicher für äußere Reize. Sie nehmen diese intensiver wahr und verarbeiten sie anders als „normal sensible“ Menschen. Es scheint, als fehle ein Filter für die Reizaufnahme und damit sind Hochsensible häufig einer Reizüberflutung ausgesetzt.  Dann fällt es manchmal schwer, in bestimmten Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Hochsensibilität als Herausforderung

In der Hochsensibilität stecken einerseits wunderbare Fähigkeiten und Gaben, andererseits stehen Hochsensible im Privatleben und im Beruf oft vor besonderen Herausforderungen.
Die unausweichlichen Reize, die ständig auf sie einströmen führen dazu, dass Hochsensible insgesamt stressanfälliger sind und oft mit psychischen oder körperlichen Symptomen reagieren. Sie fühlen sich schnell überfordert und sind wortwörtlich schneller gereizt. Vielen hochsensiblen Personen fällt es schwer, sich abzugrenzen und oftmals führt ein übersteigerter Anspruch an die eigene Arbeitsqualität zu einem Mangel an Prioritätensetzung und Überforderung.

Sie spüren Stimmungen anderer Menschen sehr stark und verlieren dadurch häufig den Kontakt zu sich selbst.

Dies hat zur Folge, dass viele Hochsensible mit sich und ihrer Umwelt hadern oder sogar darunter leiden.

Aber sobald die eigenen Grenzen respektiert und umgesetzt werden, kann die Hochsensibilität als ein zutiefst menschlicher Wesenszug gesehen werden und sich als eine große Quelle von innerem Reichtum, von Kreativität und von Empathie entfalten. Dann lebt der hochsensible Mensch seine innere Lebendigkeit.

 

Besonders musisch-künstlerische und psychologisch-erzieherische Berufsfelder sind offenbar stark geeignet für hochsensible Menschen. Aber auch helfende Berufe im medizinisch-pflegerischen Bereich, naturwissenschaftliche Berufe, sowie mit Bewegung und Natur zusammenhängende Berufe werden häufig als geeignet erlebt.

Hochsensible Menschen erleben intensivere Träume in der Nacht und neigen auch stärker zum Tagträumen.
HSP sind besonders Alptraum gefährdet, wenn sie ihre Hochsensibilität nicht ausreichend als Ressource nutzen. Umgekehrt können positive Umweltbedingungen zu besonders erlebnisreichen, positiven Träumen und Tagträumen führen.

Testen Sie selbst - Sind Sie hochsensibel?

Viele wissen nichts von Ihrer eigenen Hochsensibiliät. Der folgende HSP-Test  kann dabei helfen.

  1. Bin ich hochsensibel?
  2. Nutze ich meine Hochsensibilität konstruktiv oder leide ich unter ihr?
  3. Was kann ich tun, um die Vorteile von Hochsensibilität stärker zur Geltung zu bringen?

4 Komponenten der Hochsensibilität

Auswertungen mit etwas über 2000 Teilnehmenden zeigen, dass sich Hochsensibilität offenbar in vier Komponenten unterteilen lässt:

1. Wahrnehmungssensitivität im engeren Sinne: Hierunter fällt die Sensitivität der Wahrnehmung für visuelle, akustische, taktile, geschmacksbezogene und geruchsbezogene Reize - und zwar unabhängig davon, ob sie angenehm oder unangenehm sind.

2. Einklang mit sich und Umwelt: Gedanklich-gefühlsbezogene Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst, aber auch mit der sozialen Umwelt (Empathie, soziale Empfindsamkeit) bilden eine weitere Komponente der Hochsensibilität.

3. Gedankliche Komplexität: Tiefgründiges und komplexes Denken, das Ganze verstehen wollen

4. Überempfindlichkeit: Diese Komponente erfasst Belastungen, wie Stresserleben, Angst, Depressivität, Überforderungserleben, die bei Hochsensibilität auftreten können.

Unterstützung durch meine Heilarbeit

In der inneren Arbeit gibt es zwei schöne Wege, Sie empathisch und wertschätzend in Ihrer Sensibilität zu begleiten. In einem Kennenlerngespräch erläutere ich Ihnen gern beide Möglichkeiten ausführlich oder schauen Sie einfach mal auf den Unterseiten nach. Viel Freude beim Schmökern und vielleicht sehen wir uns.

Weitere Unterstützungsmöglichkeiten für den eigenen Alltag

Natürlich können Sie sich jederzeit und gern täglich! selbst unterstützen. Falls Ihnen mal nichts einfallen sollte oder Sie möchten gern mal etwas Neues ausprobieren, schauen Sie doch einfach in der nachfolgenden Liste mal für sich nach. Ich wünsche Ihnen ein gute Stärkung und schöne Erfahrungen.

  1. Körperliche Entspannung (Yoga, Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation)
  2. Aufenthalt in der Natur (Spaziergänge)
  3. Gute (tiefsinnige) Gespräche mit Gleichgesinnten
  4. Meditationen (sich regelmäßig Selbstliebe schenken) u.a. Formen der Achtsamkeitspraxis
  5. Stille
  6. Selbsterfahrung und Selbstreflexion
  7. Fühlen mit allen Sinnen und damit bei sich selbst präsent sein
  8. Dankbarkeit für die Geschenke des Lebens
  9. Wertschätzung schenken
  10. Kreativität
  11. Etablierung eines förderlichen beruflichen Umfeldes
  12. Bewusstwerden über eigene Lebensziele
  13. Abgrenzung üben