Die Welt der Gefühle

Fühle dich und deine Gefühle. Dann bist du wirklich lebendig.

"Aber um glücklich und zufrieden, mutig und zuversichtlich leben zu können, müssen wir in der Lage sein, etwas zu empfinden.
Wir müssen also die Intelligenz und die Kraft unserer Gefühle wieder erkennen und nutzen lernen."

[Gerald Hüther]

"Alles, was das Kind tut, hat Bedeutung und macht Sinn, der erschlossen und verstanden werden kann. Was für eine Kindheit müsste das sein, die nicht durch Belehrung, Nötigung, Unterdrückung und Einengung, sondern durch Empathie und Verständnis geprägt wird. Ein böses Kind kann es nicht geben. Aber ein vergiftetes und in chronischem Mangel lebendes Kind wird mit Recht „böse“, um auf seine Not aufmerksam zu machen.

[Dr. H.-J. Maaz]


Gelernte Regeln und Konditionierungen in der Kindheit

Jeder von uns hat in seiner eigenen Kindheit bestimmte Regeln und Konditionierungen gelernt, wie bspw. 
Reg Dich doch nicht so auf“, „Hat doch gar nicht weh getan“, „Du brauchst keine Angst zu haben“, „Stell Dich nicht so an“ (Kritik) oder gar „Wenn Du so ein Theater machst, gibt es heute kein Eis." (Sanktionen).
In dem Moment konnten wir als Kind eigene Gefühle nicht liebevoll annehmen und ins Fließen bringen. Wir wollten als Kind dazugehören und haben sog. Muster entwickelt, d.h. wir haben uns angepasst und das Leben so gelebt, wie es von unseren Bezugspersonen vorgegeben wurde. Das bedeutet auch, dass wir an bestimmten Stellen verlernt haben, wirklich unsere Gefühle zu fühlen. Jetzt als Erwachsener dürfen wir uns für unsere Gefühle entscheiden und sie liebevoll in unser Leben integrieren.

Gerade hochsensible Kinder sind an dieser Stelle mit ihrer Wahrnehmung schneller in einem Anpassungsmuster festgefahren, weil sie die Stimmungen anderer mit ihrer feinen Wahrnehmung sofort auffangen und sogar mit ihrer Feinfühligkeit andere unterstützen.

"Für ein kleines Kind können schon ablehnende und abwertende Gesten oder kurze Zeitspannen, in denen es sich selbst überlassen bleibt und sich verlassen fühlt, bedrohliche Erfahrungen sein; denn der Säugling ist auf unmittelbare Reaktionen angewiesen, er ist noch nicht in der Lage, unangenehme Erfahrungen durch Wissen, Verstehen und Einsicht zu relativieren."
                                                                                                [H.-J. Maaz]

Alle Gefühle fühlen ist natürlich und heilsam

Jedes Gefühl möchte gern gefühlt werden. Es kommt und geht wieder, wie eine Welle im Meer. Auch die unliebsamen Gefühle. Wir alle sind menschliche Wesen, die gern fühlend das Leben leben möchten.
Dennoch neigen wir aufgrund unserer Erfahrungen dazu, Gefühle zu verdrängen, sie hinunterschlucken (Kloß im Hals) oder uns zurückziehen (Rückzug). Im Extremfall können wir den Kontakt zu unserem Gefühlsleben verlieren.

 

Stern, Psychologie "Gefühle möchten gefühlt werden, warum man vor ihnen nicht weglaufen kann." (8.11.2017)

https://www.stern.de/neon/magazin/freizeit/psychologie--warum-man-vor-seinen-gefuehlen-nicht-weglaufen-kann-7684386.html

Mit einem Video von Eckhart Tolle über das Annehmen negativer Gefühle.

Gefühle fühlen in Form von Körperempfindungen

Unsere Gefühle sind in Form von Körperempfindungen fühlbar, wie bspw. Kloß im Hals, Anspannung im Kiefer, Unruhe, Enge, Druck auf der Brust, Leere, Kälte, Übelkeit, Schwindel, Steifheit, SCHMERZ .
Fühlen bedeutet, wir fühlen unsere Körperempfindungen. Wie wir darüber denken, ist schon kein Fühlen mehr. D.h. benennen  oder gar bewerten wir, sind wir eher im Gedankenkonzept und weniger im Gefühle fühlen.

Hochsensible Menschen sind emotional und körperlich durchaus feinfühliger, so dass sie Körperempfindungen intensiver und auch schneller wahrnehmen und möglicherweise auch schneller verdrängen.

"Der Körper ist das Haus der Seele." [Theresa von Avila]

Im gestörten Kontakt zu unseren Gefühlen und der mangelnden Kompetenz, diese auszudrücken und für unser Leben zu nutzen, sehen Psychosomatiker heute eine wichtige Krankheitsursache (bspw. Depressionen). Körperschmerz und Seelenschmerz sind untrennbar verbunden. Tatsächlich ist es so, wie die spanische Heilige Theresa von Avila sagte, dass der Körper das Haus der Seele ist. Folglich spiegelt der Körper den Zustand unserer Seele. Wir sollten also gut zu unserem Körper sein, damit die Seele gern in ihm wohnt.

Wie kann ich Sie unterstützen?

Die Heilarbeit kann Blockaden, Muster, alte Konditionierungen auflösen und damit die Lebenskraft, die Lebendigkeit und sogenannte "Seinsgefühle", wie Liebe, Frieden, Freude und Mitgefühl stärken.

Bei Gefühlen, die sich übermächtig anfühlen, unbekannt sind oder Angst einflößen, gibt eine haltende Begleitung die durchaus notwendige Sicherheit, Geborgenheit und auch Übung für den eigenen Alltag.

Eine Übung für Sie: - Zeit für Zuwendung  -

Ziel ist die Stärkung heilsamer Seinszustände, wie Liebe und Mitgefühl, denn sie machen uns weit und weich -


Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst (10-30 min/Tag). Gönnen Sie sich eine Zeit liebevoller Zuwendung zu ihrem inneren Erleben.

In der Stille nehmen wir unseren Körper und unsere Emotionen deutlicher wahr. Wohin bewegt sich unsere Aufmerksamkeit/Gewahrsein (nur das, was ist) ohne sie zu richten/zu kontrollieren?

Was spielt sich im Geist ab? Beobachten sie die Gedanken. Bleiben Sie gewahr. Lassen Sie den Geist aktiv sein.
Fühlen Sie Ihre Empfindungen (bspw. Druck auf der Brust...). Nehmen Sie sie wahr, fühlen sie den Druck im Körper und geben sie dem so viel Raum wie möglich. Beobachten Sie die Empfindungen, eine evt. Veränderung, ein auftauchendes Bild etc. 
Versuchen Sie nur wahrzunehmen. Lassen Sie alle wertenden Gedanken vorbeiziehen. Öffnen Sie ihr Herz für diese Empfindung, das Bild, die Info...Nehmen Sie wahr, was geschieht...
I.d.R. wird unsere Präsenz stabiler und klarer.

Danken Sie am Ende ihrem Körper für das Vertrauen oder danken Sie so, wie es für sie stimmig ist.
Sie werden merken, dass eine regelmäßige Zeit der Zuwendung Ihnen gut tun wird.

Mögliche Schritte aus dem Buddhismus zum Annehmen eines starken Gefühles

1. Gewahrsein 
    (Bsp. "Oh, ich ärgere mich gerade...", ich agiere das erst einmal nicht aus, emotionale Verstrickung/Identifikation meiden...)
    Alle!!! auftauchenden Gefühle sind natürlich und willkommen, nur die emotionale Verstrickung ist zu meiden.

2. Heilmittel (unterschiedliche Wege)

3. Umwandlung der Sicht der Situation (Transformation, der andere, der mich nervt, ist der Guru!!!), Kontakt auf Herzensebene

4. In die Natur der Emotion schauen
     (Was entdecken wir da? Nichts fassbares...im Moment des völligen Erlebens löst sich die Emotion auf)

5. Emotionen als Weg nehmen
     (d.h. emotionsgeladene Situationen suchen um eigene Reste aufzulösen),
     sehr schwieriger Schritt!!!, Lernen innerer Selbstregulation ist dafür notwendig)

Buchempfehlungen und Links

 "Die Liebe" (Peter Lauster)      

 "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest" (Eva-Maria Zurhorst), lustig, hoher Wiedererkennungswert                 
  "Aggressionen" (Jesper Juul), warum sie für uns und unsere Kinder notwendig ist        
 
"Herz öffnen statt Kopf zerbrechen" (Safi Nidiaye), mit dem Herzen Gefühle im Körper wahrnehmen und erlösen

  "Das Tao des Herzens" (Safi Nidiaye), die körperzentrierte Herzarbeit hilft, auch unerwünschte Gefühle zu erlösen

  "Ohrfeige für die Seele" (Bärbel Wardetzki), Wie wir mit Kränkung und Zurückweisung besser umgehen können

  "Herz, was sagst du mir?" (Klaus Lange), Selbstvertrauen durch innere Erfahrungen/innere Dialoge üben

  "Die Revolte des Körpers" (Alice Miller), der Körper sagt immer die Wahrheit ist hier die zentrale Botschaft...                      

  "Krankheit als Weg" (Rüdiger Dahlke), Krankheiten zeigen uns bestehende manifestierte seelische Blockaden

  "Weiblichkeit leben" (Astrid Leila Bust), tolles Buch über Muttertypen und die gelernten Erfahrungen als Kind

                        www.safi-nidiaye.de

                                  www.mit-kindern-wachsen.de