Eine heilsame fühlende Beziehung

Ein JA zu mir selbst, zu meinen Gefühlen und Persönlichkeitsanteilen

Was bedeutet "heilsame fühlende Beziehung"?

Nun sind wir in unserem Alltag wohl nicht immer in solchen nahezu "himmlischen" Zuständen.
Warum ist das so? Kommen wir als Babys auf die Welt, sind wir bereits in diesem Zustand.
Doch aufgrund unserer Erfahrungen lernen wir u.a., uns selbst nicht zu vertrauen, unsere Bedürfnisse besser nicht oder nicht zu laut zu äußern und vielleicht mehr auf die Gefühle der anderen zu achten als auf die eigenen. Kinder benötigen die Liebe und Zuwendung der Eltern zum Überleben.
Unsere Teile, die wir mit ins Leben bringen oder in bestimmten Situatioen entstehen, arbeiten grundsätzlich immer für uns. Die meisten Menschen haben sich viele gesunde Anteile bis in die Gegenwart bewahrt. Doch manche werden u.Ust. in extreme Rollen gezwungen, d.h. sie werden dominanter, aggressiver, zurückhaltender, renitenter oder hilfsbereiter.
Bspw. kann ein Kind einer depressiven Mutter und eines Alkoholikers als Vater einen starken Helferteil entwickeln, da dieses Kind bereits früh für die Geschwister und auch die Eltern sorgen musste. Die Teile arbeiten dann genau so auch im Erwachsenenalter weiter, weil die Bedingungen unserer Kindheit so waren, wie sie nun einmal waren. Wir funktionieren und das dann unbewusst auch als Erwachsener. Wir kennen ja nichts anderes. Wie auch?
Doch irgendwann und irgendwie bemerken wir schließlich, dass das Funktionieren doch nicht so gut funktioniert, bspw. mit körperlichen Beschwerden, mit Beziehungsproblemen, mit Schlafstörungen oder anderen psychosomatischen Erkrankungen. Wir lenken uns ab mit Fernsehen, Rauchen, Alkohol, Süchte aller Art...
Dennoch bleibt die unglaubliche Leere, ein tiefes Unglücklichsein und die Suche nach Ruhe
und Frieden.
Dann kann IFS helfen, diese Teile wieder in ein natürliches Gleichgewicht zurück zu verhelfen, um dem Erwachsenen hilfreich zur Seite zu stehen, ihn zu stärken, ihn ausruhen zu lassen und eigene Bedürfnisse auf einem legitimen Weg zu befriedigen, der niemanden verletzt, ausgrenzt oder ausnutzt.
Ein echtes Gegenüber ist dann unser SELBST, ein Zustand bedingungsloser Liebe, Ruhe, Präsenz und Klarheit. Die Beziehung in unserem Inneren zwischen unseren Teilen, die wir nicht missen möchten und unserem SELBST erfüllt uns zunehmend mit Liebe, Selbstbewusstsein, Lebenslust, Lebendigkeit, Freude, Klarheit und Frieden.
Dann atmen auch unsere Beziehungen zu unserem Partner, unseren Kindern und all den anderen Menschen auf! Wir sind angekommen, bei dem, was wir schon als Kind so sehnlichst vermisst haben.
Eine heilsame fühlende Beziehung macht uns Traumata bewusst, macht unsere Überlebensstrategien bewusst und wir erkennen das in uns, was wir sind, was immer schon heil war. Selbstliebe wird zur bedingungslosen Liebe, die wir im Tiefsten alle sind.
Für unser inneres Kind ist das Leben ein Überleben, für einen Erwachsenen ein Leben voller Freude, voller Genuss, voller Entdeckungen und voller Lebendigkeit, die das Leben Lieben will.

Literaturempfehlungen für Beziehung in Erziehung und Familie

  • "Streit gehört dazu" (Gabriela Martens)
    - Wie wir Konflikte in der Familie verstehen und lösen
  • "Die neue Familienkonferenz" (Thomas Gordon),
    - Kinder erziehen ohne zu strafen
  • "Der große Erziehungsberater" (Jan-Uwe Rogge)
    - Familienalltag sachlich und unterhaltsam
  • "Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen"
  • "Lieben - ermutigen - loslassen
    - Erziehen nach Montessori, sehr klar und verständlich, alltagstauglich
  • "Kinder sind anders" (Maria Montessori)
  • "Das Drama des begabten Kindes" (Alice Miller)
  • "Aus Erziehung wird Beziehung" (Jesper Juul)
    - Aufrichtiger Dialog führt zur herzlichen Beziehung
  • "In Liebe wachsen" - Liebevolle Erziehung für glückliche Familien
    - La Leche Liga, sehr schön, liebevoll
  • "Mein kompetentes Baby" - Nora Imlau - Es zahlt sich übrigens auch aus, ihr auf Facebook zu folgen. Das Buch ist ein Ratgeber, der sich von der Masse abhebt.
  • "Liebe und Eigenständigkeit" - Alfi Kohn - recht komplex und tiefgründig geschrieben, bindungsorientierten Elternschaft, Alfie Kohns "Liebe und Eigenständigkeit" kann sowohl ganz verschlungen, als auch in Häppchen nach Bedarf gelesen werden. Wert- und liebevoll.
  • "Von der Erziehung zur Einfühlung" - Naomi Aldort -
    Welch wundervolles Buch! Naomi Aldort lädt uns Eltern in die Realität unserer Kinder ein und bietet Handlungsoptionen fernab von Bestrafung. Wie sieht unser Kind die Situation? Was wollte es eigentlich und was ging dann schief? Wie viel können wir gewinnen, wenn wir einfach mal ein Sekunde innehalten und atmen, bevor wir reagieren? Sehen wir das Gute, das Wohlwollende der Kinder. Den kleinen "Tyrann" gibt es nicht. Nur Liebe, Reflexion und Begleiten. Wie schön ist das? Wertvolle Lektüre, unbedingte Empfehlung!
  • "Wider den Gehorsam" - Arno Gruen -
    Es ist nicht sehr dick, aber die Thematik ist richtig schwer. Arno Gruen beschreibt anhand der Geschichte seiner Patienten, wie gefährlich Gehorsam für eine Gesellschaft ist und zieht Schlüsse auf Diktaturen, Obrigkeitsfürchtigkeit, und so weiter. Natürlich wird er nicht müde zu sagen, dass der Gehorsam seinen Ursprung in der Kindheit findet. Und da geht's dann ans Reflektieren für uns Eltern. Keine leichte Kost, regt aber zum Nach- und Umdenken an.
  • www.mit-kindern-wachsen.de, Freiburg